Peru - Cusco

Zuerst im Spital in Cusco und dann doch auf den Spuren der Inker in Peru...

Nach einer ziemlich angenehmen Nacht im Bus, in meinem Schlafsack, kamen wir um 06:30 Uhr in Cusco an. Irgenwie wäre es in dieser Stadt doch besser gewesen im Vorfeld ein Hostel zu suchen, da ich einfach sehr schwach war und mein Backback 14 kg wog. Von Hostel zu Hostel schleppte ich mich und wurde immer grantiger. Ja auch ich kann mal richtig zur "Diva" werden;-) Die Hostelsuche war nicht leicht, wie so oft beim Reisen. Entweder es war uns zu teuer oder zu parymäßig (ich war auf der Suche nach Ruhe). Nach gut 40 Minuten auf, ab, hin und her Gelaufe, fanden wir dann endlich ein schönes, ruhiges und sehr zentral gelenes Hostel, das Intro Hostel. Netterweise durften wir das Frühstücksbuffet gratis an diesem Tag nutzen. Mir kommt vor, die Leute wissen, was die Mimi braucht und sich wünscht.

In dieser Stadt gab es ein Wiedersehen mit unseren drei Israeli-Freunden. Wir hatten uns viel zu erzählen und waren gleich wieder eine große Familie, so ist das eben beim Reisen, wenn man nette Leute trifft.

Ein Highlight war übrigens auch das Duschen... endlich, nachdem es ja nach dem letzten Wandertag nicht möglich war. Da wir vor hatten ein paar Tage in der Stadt zu bleiben habe ich mir natürlich gleich ein nettes Yogastudio ausgesucht, wo ich mir einen 4rer Block gekauft habe. Wir haben es uns also richtig heimelig gemacht und die Backpacks mal etwas mehr ausgeräumt, als immer nur Toilettasche, Unterhosentascherl und die obersten zwei Shirts rauszuräumen. Das Studio hießt Yoga Room Cusco und ist zwar recht klein, aber hat wirklich Charme. Die Vinyasa Stunde war wie "Ankommen". Ich habe mich danach so gut gefühlt, wie schon lange nicht mehr nach einer Yogastunde. Vielleicht liegt es aber auch an diesem magischen Ort oder den 3.399m auf denen die Stadt liegt. Man kommt bei solchen Höhen echt schnell an die eigenen Grenzen beim Praktizieren und muss noch mehr auf seinen Körper achten als sonst. Das hat mir aber total gut gefallen.

Eigentlich war von Beginn an für diese Reise geplant einen Inka-Trail alleine zu machen, weshalb wir auch die ganze Campingausrüstung, schon seit Österreich, in unseren Rucksäcken hatten und herumschleppten. Töfpe, Gewürze, Zelt, Schlafsack, Haringe, Wasserfilter, Gaskocher, Schlafmatten und und und... also so schwer wie auf dieser Reise war mein Backpack schon lange nicht mehr. Da wir unsere Tour gut durchdacht planen wollten, gingen wir zu unterschiedlichen Touranbietern und haben uns deren Angebot angehört, damit wir aus all disen Touren unsere eigene Route zusammenstellen konnten (Spionage ;-) )

Wir ließen uns aber wirklich Zeit und genossen diese Stadt in vollen Zügen. Essen waren wir zu Mittag meist beim Markt, wo viele liebe "Mamas" ihre köstlichen Tagesgerichte um rund 2€ anboten. Jeden Tag gab es dann dort auch noch einen frisch gepressten Saft, von den "Fruchtsaftmamis", um rund 1,5€. Mit solchen Preisen lässt es sich wirklich leben. Kann ich wirklich sehr empfehlen dort mal hinzugehen, nicht nur weil es lecker ist, sondern auch total authentisch.

Die einzige Tour die wir wirklich mit einem Touranbieter buchten war die Sacred Valley Tour, da wir mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis sehr zufrieden waren und wir auf eigene Faust mit öffentlichen Bussen an einem Tag nicht die Chance gehabt hätten Pisac, Urubamba und Chinchero zu sehen. Wir haben das ganze mit Loki Travel gebucht und waren sehr zufrieden damit. Unglaublich was die Inka damals für Meisterwerke erbauten und das ohne fette Baumaschinen. Ich finde ja, dass man an all diesen Orten viel Magie spüren kann und voll geerdet wird.

Nachdem wir unsere eigene Tour nach Aguas Calientes (Machu Picchu) fertig geplant hatten und uns nur noch das Einkaufen der Vorräte für vier bis fünf Tage in den Bergen fehlte, machte mein Körper nun komplett schlapp. Seit Wochen war ich müde, konnte nur wenig Essen, weil mir dauernd übel war und nun hatte ich 39 Grad fieber. Ich versuchte es lange rauszuzögern einen Arzt aufzusuchen.  Mittlerweile konnte ich aber nicht mal mehr gehen und verlor Blut. Mir wurde klar, dass ich nun so schnell wie möglich in ein Spital muss. Zum Glück gibt es in Cusco die SOS Clinic, welche echt spitze ist. Sehr schnell konnten die Ärzte in Erfahrung bringen, dass ich eine schon sehr fortgeschrittene Nierenentzündung hatte und sofort behandelt werden musste.

Die Ärzte und Schwestern gaben ihr Bestes und kümmerten sich so sehr um mich, wie ich es noch in keinem anderen Spital erlebt haben. Zwei lustige Sätze blieben mir von meinem dreitätigen Spitalaufenthalt in Erinnerung. Man bedenke, dass die Schwestern kein Wort Englisch und der Artzt etwas Englisch sprachen.

Artzt zu mir: "Miriam when was your popo last time to the toilet"?

Krankenschester zu mir: "Miriam when was your last time pipi?"

Und ich mit meinen Schmerzen musste voll lachen, was noch schmerzhafter war. Da muss man einfach lachen, wenn die so mit einem reden, oder?

Lustig war auch, dass jeden Tag mein Krankenbett abgestaubt und abgewischt wurde. Die nahmen es mit der Sauberkeit wirklich sehr ernst. An dieser Stelle muss ich auch noch meine tolle Reiseversicherung von der Visa Karte erwähnen. Die Verischerung hat sofort Kontakt zu mir aufgenommen und war sehr bemüht um meine Gesundheit. Ich musste nichts bezahlen im Krankenhaus, da die Versicherung alles für mich geregelt hat. Die Tyrol Air Ambulance hat mich auch tätlich kontaktiert und mich nach meinen Befunden und meinem Gesundheitszustand gefragt. Meine Blutbefunde habe ich ihnen per Whats App gesendet genauso wie Fotos den Mittelchen, die mir in die Venen getropft wurden. Die hätten mich sogar abgeholt und nach Österreich gebracht. Natürlich wollte ich noch länger Reisen und nicht die Reise abbrechen, weshalb ich dies verneinte. Ich wusste einfach, dass mich die Ärzte hier wieder hinbekommen würden.

Nach drei Tagen konnte ich dann endlich die Klinik verlassen, aber hatte "Hebeverbot" und "Stufenverbot". Das mit dem Heben ging ja noch, da Dominic meine Sachen tragen konnte, aber die Stufen waren ein kleines Problem, da es in Cusco so viele Areas gibt, wo man nur über Stufen hinkommt.

Zurück in der Stadt checkten wir in einem extrem schönen Hostel mit tollem Ausblick über Cusco ein, das Super Tramp. Hier konnte ich mich noch etwas erholen, bevor wir dann doch nach Aguas Calientes fuhren. Die Wanderung auf eigene Faußt mussten wir aus gesundheitlichen Gründen bleiben lassen, aber Machu Picchu wollte ich trotzdem unbedingt sehen, was wir auch machten.

Unbeschreiblich wie schön diese Inkaruinen sind. Ich finde keine Worte, um diesen Ort zu beschreiben, deshalb versuche ich es besser auch nicht ;-)... da muss man einfach mal gewesen sein!!!

Ein weiteres besonderes Highlight in Cusco war meine eigene Yogastunde. Im Hostel durfte ich auf Englisch eine Yogastunde unterrichten. Es hat mir so irrsinnig Spaß gemacht endlich mal wieder meiner großen Leidenschaft, dem Unterrichten, nachkommen zu können und die lächelnden Mädels zu sehen.

Die nächsten zwei Tage nach Machu Picchu chillten wir noch in Cusco, gingen recht oft lecker Essen und viel spazieren. Ich merkte von Tag zu Tag wie meine Kräfte zurückkehrten und ich wieder Lust auf Essen bekam. Danke an dieser Stelle an ALLE, die mir geschrieben haben und mich während meiner "tristen Phase" unterstüzten haben.

Eigentlich wollten wir noch den Norden von Peru bereisen und in die wärmere Strandgegend. Hier machte uns die Natur aber einen Strich durch die Rechnung. Auf Grund der Überschwemmungen ist der Highway im Norden gebrochen und viele Städte hatten schlimme Probleme mit Trinkwasser.

Planänderung: Den Norden von Peru sehen wir uns in den kommenden Jahren mal an und jetzt fliegen wir von Cusco über Lima direkt nach Bogota (Kolumbien). Es blieb uns in diesem Moment keine andere Wahl, da wir nicht noch eine Woche in Cusco bleiben wollten.

Weiter geht es mit jenem Land das zu einem meiner Lieblingsländer werden sollte - KOLUMBIEN.

Alles Liebe und Namasté,

Miriam