Peru - Arequipa

Über die schlimmste Busfahrt ever, das kulinarische Highlight unserer Reise und eine der schönsten Wanderungen meines Lebens mit Condoren kannst du in diesem Beitrag lesen.

Die Busfahrt von Titicaca über die Grenze bis nach Arequipa war wohl die schrecklichste meines Lebens. Ich war plötzlich extremst geschwächt und hatte Fieber. Es waren gefühlte zehn kleine bolivianische Babies im Bus und ich habe gefroren trotz Schlafsack, der bis -15 Grad reichen sollte. Das Schlimme daran war, dass es ein Nachtbus war und ich nicht wirklich schlafen konnte. Und das nicht nur weil wir zuerst einen anstrengenden Halt an den Grenzen hatten, wo sie uns wieder mal abzocken wollten (dieses mal nicht mit uns - 12€ gespart), sondern weil wir auch mitten in der Nacht den Bus wechseln mussten und ich total übermüdet um 01:00 Uhr in der Früh an einem Busbahnhof herumlaufen musste, wo sich hunderte von Leuten tummelten. Das war mir eindeutig zu viel und ich war heilfroh, als wir um 4:30 Uhr eeeeendlich angekommen sind. Sofort fuhren wir in ein Hostel, das uns netterweise noch für diese Nacht Unterschlupf geboten hat. Danke lieber Gott, dass es tolle Hostels wie das MayCawasi gibt.

Am nächsten Tag war ich leider immer noch sehr angeschlagen.  Es war echt eine Tourtur für mich, mit Dominic die Stadt zu erkunden. Ich wollte ihm aber den Tag nicht vermiesen, weshalb ich so gut es ging mitgehalten habe. Am Ende brauchte ich dann aber doch ein Nachmittagsschläfchen ;-) Was wir gleich bei der ersten Runde durch die Stadt erkennen konnten war, dass es einen wunderschönen Stadtplatz gibt und dieser Ort bekannt ist für seine Kulinarik und Top-Restaurants. Das wäre wirklich eine Stadt, in der man mindestens eine Woche verbringen kann, um sich durch alle Restaurants durchzuschlemmen:-) Diese Zeit und das nötige Kleingeld wollten wir uns aber nicht gönnen. Dennoch erlaubten wir uns nach wochenlangem Streetfood, Keksen und Chips ein feines Dinner in einem der besten Restaurants der Stadt, das Chica por Gaston Acurio. Es war wirklich mal wieder ein Gaumenschmaus.

Schon am nächsten Tag sollte unsere kulinarische Entdeckungsreise den Höhepunkt erreichen in Arequipa, da wir einen Kochkurs bei Arthur (http://peruvianflavor.com/index.php/en/)  gebucht haben. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, der in dieser Stadt ist. Es war genial, lustig, interessant und vor allem extremst lecker.

Ganz fit war ich immer noch nicht, muss ich gestehen, dennoch stand morgen der Start unserer dreitägigen Wanderung zum Canon del Colca am Programm. Natürlich alles ohne Tour, sondern gechillt, ruhig und idyllisch zu zweit. Für die Wanderung haben wir am Vorabend noch einiges an Snacks gekauft, da es in dem Tal keine Geschäfte gibt. 02:20 Uhr Tagwache und den Bus mussten wir um 03:30 Uhr erwischen. Also da sage noch mal jemand Reisen sei wie Urlaub....

Nach einem leckeren Frühstück gingen wir es an mit der Wanderung. Unglaublich dieser Ausblick und das Wandern völlig alleine. Da kann man gar nicht anders als völlig abzuschalten und eins mit der Natur zu werden. Zwischendurch sieht man dann noch Condore im Canyon herumfliegen, was echt unglaublich schön ist.

Die Wanderung kann man entweder mit zwei Nächtigungen (oder mehr, wenn es einem recht gefällt mal richtig abgeschieden zu sein) oder mit einer Nächtigung machen. Wir haben uns für zwei Nächte und gechilltes Wandern entschieden, da ich noch sehr angeschlagen war. Der Wanderweg ist nicht zu verfehlen und ich bin davon überzeugt, dass jeder diese Wanderung ohne Tour schaffen kann. Wir wussten, dass wir nach gut fünf Stunden wandern in einem kleinen "Dorf", eigentlich drei Häuser, ankommen sollten und dass wir dort einfach nach einer Schlafmöglichkeit und Essen nachfragen mussten. Alles voll easy. Hatten sogar einen Doppelbett-Raum (10 Soles) und leckeres Abendessen (15 Soles) bei Gloria.

Richtig ausruhen und den Moment aufsaugen stand für uns an diesem Abend und dem nächsten Morgen am Programm. Da durfte natürlich eine wunderschöne outdoor Yogasession nicht fehlen :-)

Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück weiter bis zum nächsten Dörfchen, wo wir im Oasis ein Hüttchen zum Schlafen ergatterten. Buchen kann man hier übrigens nirgends im Vorhinein. Gibt ja auch nirgends Internet oder Handyempfang. Es gibt irgendwo immer ein Zimmer, wo man schlafen kann, wie es scheint. Das Highlight beim Oasis war definitiv der Pool und dass es hier so warm war, dass wir sogar hinein konnten. Nachdem ich die letzten Tage ununterbrochen gefroren habe, war das wirklich eine Gönnung. Im Oasis haben wir den ganzen Tag nur relaxed, gegessen, Karten gespielt und nebenbei den genialen Ausblick genossen.

Laut Erzählungen von vielen anderen Wanderern sollte der nächste Tag extrem anstrengend werden. Uns wurde erzählt, dass man fünf Stunden lange ganz steil bergauf gehen muss und dass dies das Anstrengendste sei, was viele von diesen Leuten je gemacht haben. Hört sich wirklich verlockend an. Das hat mich natürlich voll motiviert, da ich ja sowieso noch sehr angeschlagen war und ich obendrein meine monatliche Überraschung bekommen habe. Aber wir versuchten, uns nicht stressen zu lassen und stellten uns den Wecker einfach etwas früher als geplant, damit wir die Wanderung ruhig angehen konnten. Wie es schien, wäre das aber nicht nötig gewesen. Ich weiß nicht, ob wir was im Essen hatten oder wie das geschehen konnte, aber wir zwei waren sowas von fitt am nächsten Morgen, dass wir fast schon den Berg raufgelaufen sind und alle anderen, laut schnaufenden und verschwitzten, Wanderer im Eiltempo überholten. Oben angekommen, zwei Stunden früher als geplant, hatten wir dann noch genügend Zeit, um uns ein leckeres zweites Frühstück zu gönnen, bevor es mit dem Bus retour nach Arequipa ging. Wenn du in Peru bist, dann ist diese Wanderung wirklich ein MUSS!!!

Zurück in Arequipa wollte ich eigentlich nur noch duschen, bevor es mit dem nächsten Nachtbus nach Cusco weitergehen sollte. Tja falsch gedacht. Das Wasser in der Stadt war aus und duschen nicht möglich. Passsssssttttttt... dann ging es eben stinkig und schmutzig nach Cusco.

Die Story über Cusco und warum ich dort im Spital landete könnt ihr in meinem nächsten Blogbeitrag nachlesen.

Alles Liebe eure Miriam