Motorradtour durch den Norden von Thailand

Auf der Suche nach dem ursprünglichen Thailand und wenig touristischen Dörfern, begaben wir uns auf eine Motorradtour in den Norden von Thailand. Wo wir waren und wie es so war auf 250CC Maschinen in Shorts und Tank-Top könnt ihr in diesem Blogbeitrag nachlesen.

Ausgangspunkt der Tour war die Stadt Chiang Mai, wo wir uns bei CP drei Maschinen ausliehen, um den Mae Hong Son Loop zu machen. Meine drei Jungs haben alle ein eigenes Motorrad genommen und ich bevorzugte den Sitzplatz in der zweiten Reihe. Da ich noch nie mit solchen großen Dingern gefahren bin und wir anderen Blogbeiträgen entnehmen konnten, dass es eine sehr kurvige schwierige Strecke sein wird, die nicht wirklich geeignet ist für Fahranfänger. Für mich war es aber bestimmt genau so toll hinten zu sitzen, wie für die Jungs vorne. Mein Vorteil war, dass ich viel Zeit zum Nachdenken und Natur genießen hatte.

Der erste Tag

Wir fuhren um ca. 09:30 Uhr von Chiang Mail los bis nach Khun Yuam. Dazwischen lagen einige sehenswerte Dinge, wie Wasserfall, Tempel, Berg (viele Berge die wir auch hoch und runter fuhren) und unfassbar viel Natur. Man könnte von Chiang Mai aus auch einen anderen Ort anfahren, um zu schlafen, aber wir waren voller Energie und entschieden uns für diese lange Tour am ersten Tag. Insgesamt saßen wir rund 3-4h am Motorrad, was sich nach ca. 2h schon bei allen von uns bemerkbar machte (wir hätten uns mehr Sitzfleisch anessen sollen davor ;-) ). Viele Möglichkeiten, um anders zu sitzen hat man ja auf so einem Ding nicht musste ich als "Beifahrer" feststellen.

In Khun Yuam angekommen, suchten wir uns gleich eine Unterkunft (Milkhoonyoum Hotel), die total nett war und 300 Baht pro Doppelzimmer (400 Baht sind 10 Euro) gekostet hat. Ich kanns nur immer wieder sagen, die Preise sind der Hammer.

Die kleine Stadt, welche eigentlich aus einer einzigen Hauptstraße besteht, hatte ihren ganz eigenen Charme -ruhig und verschlafen. Man kann dort eigentlich (bis auf das Besuchen von Hot Springs und einer Cave) nicht viel machen, was aber zwischendurch als Reisender auch mal nicht schlecht ist. So nutzen wir die Zeit zum entspannen und Karten spielen. Wir verbrachten insgesamt zweite Nächte in Khun Yuam, bevor wir weiter zogen. Die beste Suppe genoßen wir in dieser Stadt abends bei der Suppen-Oma, die ihren Stand jeden Abend ab 18 Uhr vorm 7ELEVEN parkt (Preis pro Suppe war rund 1 Euro)

Der dritte Tag

Weiter ging es nach dieser entspannten Zeit bis rauf nach Pai. Da wir uns einen Tag Pause gönnten, haben wir an diesem Tag die doppelte Wegstrecke zurück gelegt und saßen wieder an die drei Stunden auf unseren Flitzern. Ach ja - wir sind wirklich geflitzt;-) Im Vertrauen darauf, dass alles gut gehen wird, auch ohne Schutzbekleidung und Schein, sind wir sehr zügig (80-135km/h) unterwegs gewesen. Voll das befreiende Gefühl, wenn man durch die Landschaft braust und die frische Luft einatmen kann.

Am Weg nach Pai stoppten wir bei einem Long-Neck-Village und einer Bamboo-Bridge. Ich war wirklich überrascht, als uns eines der Mädchen im Long-Neck-Villge mitteilte, dass sie diese Ketten um den Hals freiwillig tragen. Teilweise sind diese Dinger nämlich bis zu 6 kg schwer und abnehmen können sie diese auch nicht mehr. Denn dies würde ihren Tod bedeuten, da sie keine Muskulatur mehr in diesen Regionen haben und die Knochen sehr verschoben sind. Als wir sie fragten, warum sie diese Halskretten trugen, meinte das Mädchen, dass dies ein Schönheitssymbol sei und je mehr Ketten eine Frau trägt, desto hübscher wird sie im Dorf gesehen. Also zumindest ist dies eine Tradition, die auf freiwilligkeit beruht.Wir sahen auch einige Frauen, die sich gegen diese Tradition entschieden und auch ohne Halsketten ihr Leben im Dorf genießen konnten.

Kurz vor einbruch der Dunkelheit kamen wir in Pai an, wo wir uns erst mal eine Unterkunft suchten. Das war  eigentlich nicht schwer, da in der Regenzeit nicht so viele Touris dort sind, wie im Thai-Sommer. Für unseren kleinen Bungalow zahlten wir 350 Baht pro Nacht. Nach einem ausgiebigem Essen sind wir an diesem Abend alle total kaputt und mit ungewohnten Schmerzen in der Po-Region, ins Bett gefallen.

In Pai besuchten wir die "Secret-Hot Springs", den mächtigen weißen Buddha in den Bergen, den Land-Split (der uns nicht wirklich von den Socken gehaut hat) sowie einen Canyon. Also für das, dass uns andere Reisende gesagt haben, dass man in Pai nur chillen kann, fanden wir, dass es doch sehr viel zu tun gibt. Pai ist und bleibt aber trotzdem die Stadt in der sich Hippies und Aussteiger wohl fühlen. Man könnte dort Wochen verbringen und trotzdem nie in das gleiche nette gemütliche Café gehen - die Auswahl ist echt groß. Ich wusste gar nicht wo ich zuerst meinen Chai, Tee oder Kaffee trinken soll. Alles total nett dort (ich habe es mit Amsterdam verglichen von den Kaffees her).

Letzer Tag

Nach drei Nächten in Pai ging es für uns wieder retour nach Chiang Mai. Alles ist gut gegangen und keiner von uns hat sich verletzt, was scheinbar nicht alle Touristen von sich behaupten können. In Pai läuft nämlich jeder dritte Tourist mit  verbundenem Arm oder Bein herum - tja Moped fahren sei gelernt oder man braucht zumindest etwas Glück.

Bei so vielen Unternehmungen in den vergangenen fünf Tagen stand für mich eher eine entspannte Yogapraxis am Programm. Abends vor dem Bett gehen noch etwas dehnen und twisten, als Ausgleich zur sitzenden Haltung, das war genau was ich brauchte. Ich war meist zu müde um länger zu praktizieren, obwohl ich nur "Beifahrer" war. Aber auch sowas muss sein-nicht immer müssen es die tollen Flows oder akrobatischen Asanas sein. Die Ruhe am Moped war für mich persönlich auch total meditativ und ich hatte viel Zeit über das Leben nachzudenken genauso wie  einfach nur zu schauen, ohne einen Gedanken zu fassen.

Ich verabschiede mich nun von Chiang Mai, denn heute geht es mit dem Nachtbus nach Bangkok zurück - wo wir hoffentlich noch ein paar spannende letzte Tage unseres Trips verbringen werden.

Alles Liebe und Namasté eure Miriam