Bolivien Teil 2 (Sucre & La Paz)

In diesem Beitrag erfährst du mehr über feuchte Karnevalfeierlichkeiten und das Wiedersehen mit meiner lieben Vici.

Die Ankunft in Sucre war ein kleiner Kulturschock, da wir uns plötzlich wieder in einer richtigen Stadt befanden. Mittlerweile reisten wir mit ca. acht Leuten (Israelis, Niederländerin, Französinnen) herum. Es ist unglaublich, wie schnell man auf Reisen intensive Freundschaften knüpft und sogar zu einer kleinen Familie wird. In Sucre hausten wir im Colours Hostel, das sehr zentral ist und nettes Personal hat, welches einem dauernd was erklären möchte. In diesem Hostel kann man übrigens auch Spanischklassen besuchen.

Sucre hat alles, was das Stadt-Herz begehrt. Einen schönen Park, Aussichtspunkt, leckere Restaurants und viele tolle Cafés sowie einen großen Markt. Am Markt kann man Mittags super gut essen um ca. € 2-4 je Speise (für Veganer auch geeignet, da es Platten mit schwarzen Bohnen, Pommes, Reis und Salat gibt).

Wir waren genau zur Zeit des Carnevals in Sucre. Das hieß, dass jeder Schritt aus dem Hostel Gefahr bedeutete. Warum? Beim Carneval verwandelt sich Sucre in eine rießige Wasser- und Schaumsprayschlacht. Gerade als Tourist ist man ein sehr leichtes Ziel. Aber trocken bleibt hier sowieso keiner. Da wir mit unseren Israelifreunden unterwegs waren und die frisch von der dreijährigen Zeit in der Armee kamen, wappneten wir uns natürlich für diesen "Kampf". Wie im Krieg liefen wir durch die Straßen, ballerten mit Wasserbomben und sprayten mit dem Schaum was das Zeug hielt. Ich kann euch nicht sagen, wie lustig das war. Wir haben total die Zeit übersehen und liefen herum wie kleine Kinder. Am Ende war mir aber wirkich meeeeega kalt, da es in Sucre doch nur 15 Grad hatte und ich die ganze Zeit pitschnass herumlief (beim Blogbeitrag zu Cusco werde ich euch sagen, warum das dann wirklich suboptimal für mich war).

In Sucre selbst waren wir dann noch bei einem nahegelegenen Wasserfall. Es zahlt sich wirklich aus mit den öffentlichen Bussen aus der Stadt zu fahren, um die Natur rund um die Stadt zu erkunden.

Weiter ging es mit dem Nachtbus nach La Paz, wo mich Vici schon sehnlichst erwartete. Auch dort wurde der Carneval noch gefeiert, es scheint als würden die Leute diesen Anlass nutzen, um eine Woche lange richtig verrückt sein zu dürfen. Wir hatten wirklich viel Spaß, uns auch in dieser Stadt das Spektakel anzusehen und mit vielen Straßenparaden mitzutanzen. Sogar meine Haare ließ ich mir hier nachfärben. Das war ja wirklich witzig, denn ich glaube nicht, dass es hier üblich ist, Haare blond nachzufärben. Die Frisörin machte ihren Job, zwar leicht überfordert, wirklich gut. Das einzige, woran ich mich wohl nicht gewöhnen werde, ist, kaltes Wasser aus dem Kübel beim langen Rauswaschen der Fabe.

In La Paz war es für mich dann auch mal an der Zeit wieder in meine "innere Mitte" zu finden und etwas zu rasten. Beim Reisen erlebt man einfach so viel Neues, dass man manchmal Tage braucht, um die Geschehnisse verarbeiten zu können. Das hat wirklich gut getan, um neue Energie zu tanken.

Mein besonderes Highlight in dieser Stadt war das Café del Mundo. Gerade für Vegetarier oder Veganer ist das ein MUSS, wenn man in La Paz ist.

La Paz ist eigentlich keine sehr schöne Stadt, sondern hat eher Großstadtflair und ist busy. Deshalb verbrachten wir hier auch nicht viel Zeit. Jedoch ist die Stadt Ausgangspunkt für viele Aktivitäten. Beispielsweise kann man von dort aus die Deathroad mit dem Fahrrad machen (das habe ich jedoch ausgelassen) und um in den Dschungel nach Rurrenabaque zu fliegen.

Im nächsten Blogbeitrag könnt ihr dann über meinen Dschungeltrip lesen, wo wir gegen tausende Moskitos kämpften und eine gefährliche Begegnungen mit einem Kaiman hatten.

 

Alles Liebe und Namasté eure Miriam